In seiner letzten Sitzung entschied der Sportausschuss der Stadt mit den Stimmen der CDU und Bündnis90/Die Grünen mehrheitlich, keinen Kunstrasenplatz an der Sportanlage am Holländer See zu realisieren. Die Freien Demokraten betrachten diese Entscheidung als Desaster für die Zukunft der Sportstätten in Geldern und einen weiteren Rückschritt zur Förderung des Breitensports in unserer Stadt.
Gemeinsam mit SPD und den Bürgern in Geldern hatten die Freien Demokraten den Antrag gestellt, den Kunstrasenplatz zu realisieren und dabei auch ökologischen Bedenken Rechnung getragen: Ausgleichsflächen sollten bepflanzt und die Parkplatzsituation durch reduzierte Flächen verkleinert werden. “Wir verstehen die Blockadehaltung der CDU und der Grünen an dieser Stelle schlicht und einfach nicht. Das Argument, ein Naturrasenplatz wäre ökologisch nachhaltiger und würde mehr Biodiversität fördern, ist falsch, das wurde bereits im Vorfeld durch Experten erläutert. Ein Naturrasenplatz entfaltet erst bei ca. sechs Zentimetern Wuchshöhe ökologischen Mehrwert, muss dabei auch gewässert und gedüngt werden. Im Verhältnis zur jährlichen Nutzungszeit steht das in keinem Verhältnis, ein Kunstrasenplatz wäre ganzjährig und durch die Verwendung von Kork auch in heißen Sommertagen bespielbar gewesen”, so Vincent Vervoorst, Sachkundiger Bürger für die FDP im Ausschuss. Dass die Ausgangsmaterialien eines Kunstrasenplatzes in 20 Jahren als Sondermüll anfallen würden, ist zudem bei der rasanten Entwicklung der Technik im Bereich Re- und Upcycling reine Spekulation.
Neben den ökologischen Aspekten ist auch die im Sportentwicklungsplan festgehaltene Förderung der Leichtathletik missachtet worden: Inwieweit die Leichtathlektik-Anlage ertüchtig und ganzjährig nutzbar gemacht werden könne, ist durch CDU und Grüne nicht beantwortet worden. “Als Schulstadt ist es kein hinnehmbarer Zustand, dass wir zwar ein Sportabitur anbieten, den Schülerinnen und Schülern aber kein ganzjähriges Angebot für qualifizierten Sportunterricht, Training und Prüfung für das Abitur im Fach Sport stellen können”, schließt Alexander Alberts, Fraktionsvorsitzender der FDP-Ratsfraktion.